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Ironman 70.3 St.Pölten 2017

10 Grad Luft, 19 Grad Wasser, strömen-
der Regen, starker Wind. Das perfekte Triathlonwetter.

 

Hier habe ich einen sehr persönlichen Erfahrungsbericht von Christian Sch. für euch. Sein Ergebnis bei der Halbdistanz:

6:00:08 (45:13 - 3:01:24 - 2:00:19)


Der Mix aus guter Organisation, perfekter Infrastruktur und anspruchsvoller Streckenführung beim IRONMAN 70.3 St. Pölten am 21.5.2017 hat sich in das Gedächtnis unserer Athleten eingeprägt hat. Bei einer internationalen Umfrage wählten Athleten den IRONMAN 70.3 St. Pölten unter die 5 weltweit beliebtesten Rennen der Serie!

10 Grad Luft, 19 Grad Wasser, strömender Regen, starker Wind. Das perfekte Triathlonwetter. Um 05:30 in der Wechselzone angekommen und schnell das Lauf- & Radgewand eingecheckt. Das Fahrrad wurde auch noch startklar gemacht und da der Regen nicht weniger wurde bin ich nochmals in mein Auto geflüchtet. Rundherum lauter fröhliche Gesichter die sich mit mir ob des schönen Wetters freuten. Einige haben auch schon wieder ausgecheckt und auf einen Start verzichtet. Den Neo habe ich mir unter dem Vordach des Stadions angezogen und mit Neo und Daunenjacke bekleidet ging ich durch kleine Bäche die die Straße hinunterliefen und schlammige Waldwege in Richtung Schwimmstart. 15 Minuten vor dem Schwimmstart habe ich mich endgültig in den Neo gewurschtelt und noch einige Aufwärmübungen gemacht. Dies war jedoch zwecklos und mir war wie den meisten Teilnehmern kalt ohne Ende.

Der Schwimmstart war dann die Erlösung da die Wassertemperatur wesentlich höher als die Luftemperatur war. Der erste See (1 km) war wirklich schön zu durchschwimmen und ich war in meinem Zeitplan unterwegs. Nach dem ersten See ein ca. 200 Meter Lauf bis zum zweiten See. Beim Schwimmeinstieg ein riesiger Stau, da die Böschung rutschig & glitschig war und sich deswegen alle beim Teppich angestellt haben um halbwegs sicher ins Wasser zu kommen. Wie auf rohen Eier habe ich versucht die Böschung zu bezwingen und bin ohne Sturz in den zweiten See gekommen. Auch im zweiten See war die Schwimmerei sehr angenehm und ohne Schlägerei. Die effektive Schwimmzeit war ok und wurde durch das Anstellen beim 2. See sowie durch eine Pinkelpause vor dem Schwimmausstieg etwas verfälscht.

 

Beim ersten Wechsel habe ich mich komplett umgezogen um zumindest mit trockener Kleidung aus der Wechselzone zu kommen und mit großer Freude ging es raus auf die Radstrecke. Immer noch strömender Regen und starker Wind :-( Die ersten Kilometer auf der Autobahn waren trotz Regen und Wind wie immer ein Genuss. Das Tempo war ziemlich hoch und die Kälte und der Regen schnell vergessen. Die erste Steigung in Krustetten wurde auch schnell absolviert und bei der Abfahrt wurde der Regen auch schwächer. Das ermutigte einige das Tempo zu erhöhen und sich in die Botanik zu verabschieden. Die Rettung war im Dauereinsatz und alle paar Kilometer lagen gestürzte Teilnehmer herum. Während der Fahrt durch die Wachau, wie schon bei meiner letzten Teilnahme eine kleine Pinkelpause mit Blick auf die Weinberge eingelegt und bei einsetzendem Regen die wurde letzte größere Steigung nach Gansbach angegangen. 2015 war ich kurz davor abzusteigen und mein Rad zu schieben aber diesmal stellte das Bergerl keine Probleme dar. Bei der Abfahrt wollte ich dann aufgrund der Nässe nichts riskieren und bin gemütlich mit +- 70 km/h bergab gerollt :-) Mein Radsplit war ebenfalls im Zeitplan (im Hinblick auf den Ironman Kärnten) und ich freute mich schon auf die Laufstrecke von der ich mir erhoffte, dass mir endlich warm wird. Der Regen hatte nun endgültig aufgehört, die Temperatur war perfekt, einzig der Wind hat sich nicht gelegt. Also raus aus den nassen Radklamotten und hinein in die trockenen Laufschuhe; herrrrrrrrrrrrrrrrrlich!

 

Gleich zu Beginn ein angenehmes Lauftempo gefunden (wieder im Hinblick auf den Ironman Kärnten) und Kilometer für Kilometer abgespult. Anfangs der 2. Laufrunde wieder eine Pinkel-
pause eingelegt und nach erfolgreichem Finishen wieder Tempo aufgenommen. Auf den letzten 3 Kilometern war noch genügend Kraft über, um das Tempo zu erhöhen und auf den letzten 500 Metern nochmals ordentlich angegast. Im Ziel dann ein kleiner Anflug von Ärger als ich auf die Zeitnehmung sah: 6 Std 00 Min 08 Sek. Waaaa - um 9 Sekunden zu langsam um unter 6 Stunden zu finishen. Letztendlich war aber die Freude, gesund und sturzfrei im Ziel zu sein, größer als der Ärger über die Zeit, denn bei diesen Wetterbedingungen ist das einzige Ziel die Gesundheit!! Mental war das einer meiner besten Wettkämpfe und ich bin für Klagenfurt psychisch und physisch auf einem guten Weg.